Outdoor, Tour

Microadventure: Trekking in der Eifel

In den Nordmarikanischen Nationalparks gibt es sie schon länger: buchbare Trekkingplätze die das Zelten in der „Wildnis“ legaliseren. Seid kurzem gibt es sowas auch in einem heimischen Nationalpark: Im Nationalpark Eifel. Die vier Trekkingplätze sind über den Nationalpark verteilt und bieten auf einer Holzplattform Platz für zwei Zelte. Zusätzlich gibt es eine Torf-Toillete und eine Sitzbank mit Tisch. Die Plätze können über die Seite http://www.trekking-eifel.de gebucht und bezahlt werden. Mit der Buchungbestätigung erhält man die GPS-Koordinaten.

Ich bin gegen 16:00 im Ort Kall losgezogen und habe mich von dort zu dem etwa 10km entfernten Trekkingplatz Land in Sicht“ begeben. Die Strecke war sehr hügelig und führte größtenteils über kleinere Wirtschafts und Wanderwege durch den Wald.

Der Trekkingplatz war gut vertsteckt und bot, wie sein Name andeutete, einen schönen Blick auf das darunterliegende Taal.

Wer wie ich kein selbststehendes Zelt besitzt kann sich mit sogentannten Plattform-Ankern behelfen. Außen an Plattform gab es zusätzlich Ösen zur Befestigung von Spannleinen.

Die Torf-Toillette ist natürlich echter Luxus. Der Gerucht hält sich dank des Torfs tatsächlich deutlich in Grenzen. Es riecht eigentlich nur nach alter Erde. Die Toilette war, zumindest bei diesem Platz war sie in angenehmer entdernung (30m).

Ein Focus der Tour war der Test einiger neuer Ausrüstungsgegenstände, darunter mein neues Zelt: Jack Wolfskin Gossammer und meiner Trekking-Rucksack: Deuter AirContact 65+10.

Zelt

Das Gosshammer von Jack Wolfskin ist eigentlich ein besserer Biwak-Sack als Zelt. Mit einem Packmaß von 46×15 cm und einem Gewicht von nur 1,5kg gehört es zu den leichtesten in seiner Preisklasse (unter 150€). Im inneren findet einePersonen bis 1,90 platz zum liegen (sitzen ist nicht möglich). Der Aufbau ging auch beim ersten mal (von einer Trockenübung mal abgesehen) sehr schnell.

Eine Anleitung ist nicht notwendig. Das Zelt hielt einem kurzen Regenschauer problemlos stand. Auch bei Dauerregen würde ich ihm vertrauen. Die Belüftung ist hervorragend. Am nächsten Morgen hatte ich kein Kondenzwasser im Zeltinnteren. Der Packsack ist genau richtig dimensioniert. Das Wiederverpacken ging vollkommen problemlos.

Rucksack

Ich bin was Deuter-Rucksäcke angeht stark voreingenommen. Fast alle meine Rucksäcke sind von Deuter. Bei der Auwahl des Trekkingrucksackes habe ich daher nicht verglichen sondern habe direkt das entsprechende Model von Deuter probegetragen und gekauft. Das Rückensystem ist wirklich super. Die 13kg Gepäck, Wasser und Essen die ich ihm verpackt hatte wurden wunderbar auf die Hüfte verteilt. Durch den beweglich Hüftgurt störte das Tragesystem auch beim Aufstieg nicht.

Ein mittlerweile übliches Detail hat mir besonders gut gefallen: Der Rucksack lässt sich nun auch vorne öffnen. So kommt man nun von unten (Bodenfach), von oben (Deckelfach) und in der Mitte (Frontfach) an die Ausrüstung. Da mein Zelt zu klein für mich und den Rucksack ist, musste er draußen schlafen. Gebettet wurde er auf zwei Steinen und zugedeckt mit seiner Regenhülle.

Fazit

Für ein schnelles Abenteuer (Microadventure) bieten sich diese Trekkingplätze hervorragend an. Wer will kann auch über eine vorgefertige Route alle vier Plätze in 5 Tagen (4 Nächten) ablaufen. Die neuen Ausrüstungsgegenstände haben sich bewährt. Beim nächsten mal würde ich wegen der harten Holzplattform aber auf eine aufblasbare Matte statt der verwendeten Evazote-Matte (Thermarest Ridgerest) zurückgreifen.